„Und du bist kein Engel?“ die großen Augen sahen ihn flehend an.
„Nein, Shinji!“ Kaworu lachte.
„Auch wenn mir das sehr schmeichelt, bin ich nichts dergleichen.“
„Na dann..“ Shinji lächelte, und wurde verlegen.
Bei Kaworu ging es ihm nämlich immer ganz anders.
„Kommst du wegen deines Traumes zu mir?“
Kaworu schrubbelte sich durch das Haar. Er kam gerade aus der Dusche.
„J-ja..“ Shinji sah errötet weg, als Kaworu neben ihm stand, und sich das Wasser vom Körper schrubbelte.
Kaworu lächelte.
„Unser Training beginnt jetzt.“
„Ja.“ Shinji wusste auch, dass sie sich im Synchronisieren üben mussten.
Kaworu hatte sich das Gewand bereits übergestrichen.
„Komm jetzt!“
Strahlend folgte ihm Shinji.
Auf dem Weg sprach Kaworu etwas anderes an:
„Wir haben Einzeltraining. Aber nachher würde ich dir gerne einen schönen Platz zeigen.
Kommst du mit?“
Shinji stieg unweigerlich die Farbe ins Gesicht.
„Sch-schönen Platz?“
„Eine Wiese. Nicht weit von hier mit dem Zug.“ Kaworu lächelte unverschämt.
„Okay.“ Shinji gewöhnte sich langsam daran, dass seine Wangen in Gesprächen mit Kaworu zu glühen begannen.
„Schön!“ Kaworu grinste breit.
Shinji war erschöpft.
Das Training war härter gewesen, als er gedacht hatte.
Müde lehnte er sich an die Wand neben den Eingang.
Er wollte zwar geduldig auf Kaworu warten, doch seine Müdigkeit besiegte ihn beinahe.
„Hallo! Hast du wieder auf mich gewartet?“ Kaworus Gesicht erschien lächelnd vor Shinji.
„Jjja!“ Shinji wäre fast auf den Fließen davongeglitten, so schnell hatte er den Halt verloren.
Kaworu lachte. „Geht´s?“
„Ja, ja!!“ Eilig bemühte sich Shinji, artig neben seinem neugewonnenen Freund herzugehen.
„Und? Wie war es?“
„Was?“ Shinji sah fragend und vorsichtig hoch.
„Na dein Training! Wie ist es gelaufen? Du siehst ja reichlich fertig aus!“
„Ja!“ Shinji lächelte kurz.
„Bin ich auch. (...) Aber danke, es war nicht so schlimm.“
Kaworu lächelte.
Shinji blieb die ganze Fahrt über im Zug still.
Dieser glitt im typischen regelmäßigen Gondelgeräusch vor sich hin.
Leider hatten sie nur Einzelsitze.
Shinji sah Kaworu die ganze Zeit über fasziniert und leicht weggetreten an.
Jedesmal, als der blasse Junge ihn dabei erwischte, grinste er ihm zustimmend zu.
Und Shinji zuckte ertappt zusammen.
„Wir sind da.“
Kaworu stieg aus.
„Ja.“ Shinji hüpfte ihm nach, und griff kurz nach Kaworus Hand.
Es war eng gewesen, beim Aussteigen, und Shinji hatte selbst nicht begriffen, was er getan hatte.
Kaworu grinste ihn aber nur überrascht an.
„T-tut mir leid!!“ Stammelte Shinji.
Kaworu meinte nur lächelnd: „Wo ist das Problem? Nimm meine Hand ruhig, wenn du willst.“
Shinji lief nun endgültig knallrot an.
„D-darf ich? Oh.. aber..“
„Komm schon! Ich will so schnell wie möglich dorthin!“ Meinte Kaworu fröhlich.
„Ja!“ Und da lief Shinji endlich los.
„Wow.“ Shinji hatte in dem dunklen Gebäude fast vergessen, wie schön Sonnenschein und frische Luft waren.
Und im ersten Moment konnte er sich gar nicht am hellen Grün des Grases sattsehen.
„Gefällt es dir?“ Fragte Kaworu sanft.
„Ja.“ Shinji nickte begeistert. Doch es wirkte aufgrund seiner Art sehr schüchtern.
„Dann setz dich. Ich würde gerne unter diesen Baum dort!“
Kaworus dünner Finger ragte in Richtung Weide, die wunderschön blühte.
Shinji gefiel der Vorschlag.
„Willst du dich auf meinen Schoß legen?“ Kaworu hatte sich hingesetzt, und lächelte ihn glücklich an.
„I-ich? W-wieso..“ Shinjis Gesicht glühte.
„Weil ich dich gern habe. Und ich habe dich sehr gerne bei mir.“ Kaworus Blick hielt Shinji für einige Sekunden gefangen.
Dann begann er erneut zu stottern.
„Du musst nicht, wenn du nicht willst!“ Lachte Kaworu.
Shinji sah ihn vorsichtig an. „Okay.“ Sagte er dann schüchtern und setzte sich zu Kaworu.
Rasenden Herzens legte er seinen Oberkörper dann nach hinten, und seinen Kopf angenehm in Kaworus Schoß.
Er fühlte sich so geborgen, dass er mit rosa Bäckchen die Augen schloss.
Kaworu lächelte frech.
„Du siehst süß aus.“
Als er ihm dann noch über die Wange streichelte, war es aus mit Shinjis Ruhe.
Nervös und aufgebracht sah er zu Kaworu hoch.
„Wieso sagst du so nette Sachen.. zu mir?“
Fragte Shinji schüchtern.
Kaworu lächelte fröhlich.
„Wieso nicht? Es ist doch so.“
Shinji verlor sich einige Momente in Kaworus strahlendem Gesicht.
Dann schloss er die Augen und genoss es einfach, Zeit zum Schlummern zu haben.
Er ließ den Moment einfach auf sich wirken..
„Es ist schon sieben..“ Sagte Kaworu irgendwann.
„WAS?!“ Shinji schreckte kerzengerade hoch.
„Hab ich den ganzen Tag geschlafen?!“
Kaworu nickte breit lächelnd.
„Oh – tut mir leid! Ich wollte dir nicht soviele Stunden stehlen!!“ Shinji sah ihn verzweifelt an. Doch Kaworu strich Shinji lediglich die Haare hinters Ohr, und flüsterte dann:
„Ist doch okay.“
Und dann drückte er ihm sanft die Lippen auf den Mund.
Shinji erschrak fürchterlich, doch dann stieg ihm die prickelnde Wärme im Leib hoch, und er wusste nicht mehr, was er im vorigen Moment gedacht hatte.
„Wo bleibst du? Wir verpassen den letzten Zug!“ Kaworu winkte ihm fröhlich zu.
„Ah.. JA! Komme schon!!“
Und gleich darauf kam Shinji ihm nachgelaufen.
Teil 1 – Ende –