Ihre Augen wurden größer. Starr blickte sie ihn an und sagte kein Wort. Tabris schwieg ebenfalls... Er konnte sich tatsächlich an diese eine Person erinnern. Irgendetwas schien sie zu verbinden..etwas besonderes.
Da ging die graue Tür auf. Misato stand im Türrahmen und sah die zwei Gestalten, wie sie nebeneinander auf dem Boden hockten und sich gegenseitig anstarrten. Sie schien etwas irritiert, nahm sich jedoch schnell wieder zusammen.
>>Es ist okay... Er kann reinkommen.<< sagte die Frau, drehte sich um und ging zurück in die Wohnung. Tabris war immer noch nicht bewusst, wen oder was ihn dort hinter dem dunklen Flur, den er durch die offene Tür sah, erwarten würde. Würde er dort einen verkümmerten, alten Greis vorfinden? Einen Halbtoten? Oder doch etwas harmloseres? Eher er noch weiter darüber nachdenken konnte, stand Rei neben ihm auf und reichte ihm ihre Hand.
>>Komm,<< sagte sie betonungslos,>>ich helf dir auf.<<
Tabris nahm ihre Hand und stand auf. Gemeinsam gingen sie durch die Tür. Rei schloss sie hinter sich. Tabris Herz begann wie wild zu schlagen und seine Hände verkrampften sich. Dann begann er sich zu fragen, wie er hierher gekommen war... Er hatte sein ganzes Leben lang nur ein Ziel gehabt...Doch langsam, so kam es dem jungen Mann vor, war dieses Ziel ferner denn je...Freiheit.. Er strebte nach Freiheit... Doch nun, da er in jenem dunklen Flur stand, mit einer Person, die ihm so fremd und doch so vertraut war, wünschte er sich wieder nach Hause. Zu seinen Eltern, zu seinen Verwandten, zu seinen Freunden... Hier war alles so anders. Diese hohen Häuser. Die fremdartige Kleidung. Die Menschen...
>>Ich will da nicht rein...<< sagte Tabris leise und kaum hörbar. Rei sah ihn fragend an. Dann lächelte sie..
>>Du hast dich verändert... Du erinnerst mich an ihn...<<

Nach einigen Minuten kam Soryu zu ihnen in den Flur. Sie sah besorgt aus.
>>Ich persönlich,<< begann sie aufgebracht,>>glaube nicht, dass es eine besonders gute Idee ist, den Jungen zu Shinji zu lassen... Es geht ihm nicht besonders gut und er braucht sehr viel Ruhe...Da kommt ihm dieser Besuch nicht zu Gutem...<<
>>Was sagt Shinji dazu?<< fragte Rei nach.
>>Er ist krank. Er weiß nicht, was er redet. Wir sind für ihn verantwortlich und müssen auf ihn achtgeben...<<
>>Was hat er gesagt?<< fragte Rei nochmals.
>>Er...er sagt, dass... Ach, geht doch rein und bringt ihn um!<< schrie Soryu verzweifelt und marschierte aus der Haustür . Mit einem letzten Blick auf Tabris donnerte sie die sie zu...
>>Beachte sie nicht weiter... Sie ist nur besorgt..<< meinte Rei.
Tabris stand wie angewurzelt da.. Stand es tatsächlich so schlimm um diesen Shinji? Würde sein Auftreten wahrhaftig den Tod Shinjis bewirken?
Da fasste ihn jemand an der Hand. Es war Rei-Chan. Neugierig begutachtete sie seine Augen. Sie machte ein mitleidiges Gesicht.
>>Was hast du? Willst du denn nicht reinkommen?<< fragte sie besorgt.
>>Ich...,<< Tabris machte eine Pause,>>Doch, doch. Darf ich denn reinkommen?<<
>>Ja, natürlich! Komm schon!<<
Das kleine Mädchen zog Tabris mit sich in ein großes Zimmer. Seine Fenster waren mit weißen Vorhängen bedeckt und an den Wänden hingen viele merkwürdige Bilder. Ein Gang, am Ende des Zimmers, führte in eine kleine Küche. Es stand nur ein schwarzer Schrank und ein Bett im Zimmer. Tabris erblickte eine Person, die aufrecht in jenem Bett saß. Es war ein erwachsener Mann. Seine Haare & Augen waren schwarz wie die Nacht. Sein dünner Oberkörper war mit einem dünnen Hemd bekleidet und sein Gesicht war blass und mager. Unter seinen Augen lagen schwarze Ringe... Das sollte also Shinji sein...

So, fertig.
More to come

by Süsell

Ach, ja, falls jemand irgendwelche Fragen zur Geschichte hat oder mir einfach mal schreiben will ( ich bin immer so einsam :( ) , der soll mir doch bitte ne Mail schicken!!!